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Mit 60 Jahren ein Kunststudium - na und ?Es ist nie zu spät, mit etwas zu beginnen,das einen begeistert, bereichert und herausfordert!Nach einem erfüllten, arbeitsreichen Berufsleben entschloß sich der Borgholzhausener Kaufmann Günter Schlömann Anfang der 90er Jahre, seinem Hobby Malerei und Bildhauerei durch ein Studium an der Universität Osnabrück eine neue Qualität zu geben. Seit etwa 20 Jahren war er bereits als Autodidakt tätig. Als langjähriges Mitglied im "Versmolder Kunstkreis" und als stellvertretender Vorsitzender des 'Kulturverein Borgholzhausen' hatte er stets Kontakt zu seinen Malerkollegen gesucht und sich mit ihren Arbeiten konstruktiv und kritisch auseinandergesetzt.
Aber Günter Schlömann wollte mehr! 1990 belegte er im Vorsemester seines Studiums Kunstpädagogik und Kunstgeschichte. Zeichnen, Malerei, Bildhauerei und Druckgrafik gehörten zu den Disziplinen, denen sich der Student Schlömann stellen mußte und: er lernte Zusammenhänge in der Kunstgeschichte begreifen. Er erfuhr weiter, daß für die qualitative Beurteilung eines Bildes nicht das narrativ dargestellte Bildgeschehen entscheidend ist, sondern die Bildkomposition, also die Beschaffenheit der Bildform. Das kreative Umgehen mit dem Medium Leinwand oder Stein darf nicht beliebig sein, sondern ist genau kalkuliert und an gewisse Ordnung gebunden.
Er selbst sucht im Steinbruch für seine Arbeiten die Steine aus und unter seinen Händen nimmt dann das vorgeschichtliche Material eine neue Form und eine neue Identität an. Schlömann's Skulpturen sind bewußt nicht ausgearbeitet, sie sind unvollständig, beschädigt, verletzt. Sie lassen der Phantasie und den eigenen Gedanken Raum und sind frei für eigene Interpretationen. Für Günter Schlömann hat sich der Entschluß, zu studieren -aus dem Ruhestand einen Unruhestand zu machen- als wichtige und richtige Entscheidung erwiesen. Der Hobbymaler hat sich zu einem bemerkenswerten Bildenden Künstler entwickelt. Die Auseinandersetzung mit der Kunst hält ihn jung und neugierig, der Diskurs mit Kollegen ist eine ständige intellektuelle Herausforderung. Es klingt profan - aber Günter Schlömanns künstlerischer Weg hat Vorbildcharakter.
U. Poetter-Koitz <<<zurück
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